Geschichte

Wie alles begann – Historisches vom HCC Humor ist, wenn man trotzdem lacht….

Um es gleich vorweg zu nehmen, auch diesmal war es nicht leicht, Licht in das Dunkel des närrischen Treibens in Höhnstedt zu bringen. 60 Jahre sind eine lange Zeit. Generationen von Elferratsmitgliedern, Tanzgarden, Prinzenpaaren und Büttenrednern waren aktiv. Beim Durchstöbern von Bergen alter Fotos wurde manche Erinnerung wieder geweckt, aber eben nur “manche”. Nach so vielen Jahren gerät natürlich einiges in Vergessenheit. Ob sich alles, was jetzt folgt, genau so zugetragen hat, kann man nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Doch wir haben alle gemeinsam versucht, so viele Puzzle-Teile wie möglich “zusammenzusetzen”. Sollte jemand ein wichtiges Puzzleteil vermissen, so bitten wir schon hier um Nachsicht und freuen uns über jede Ergänzung und Information, die uns zugetragen wird.

Die Anfänge des Höhnstedter Karnevalstreibens werden auf 1949 datiert. “Nanu, sind das nicht schon 65 Jahre?” wird jetzt mancher denken. Nun, damals unterhielt die Höhnstedter Feuerwehr mit Unterstützung eines Halleschen Theaters eine “Laienspielgruppe” ( DDR – Wortschatz ). Auch der DFD ( Demokratischer Frauenbund Deutschlands ) war mit von der Partie. Solche Namen wie: Gustav Meier, Hermann Erhardt, Paul Kuhnt, Matha Lihsa und Lise Hirsch wurden erwähnt. Und letztgenannte war es dann wohl auch, die so ca. 1954 mit ihrem Fritz als erstes Karnevals- Prinzenpaar “regierte”. Auch Gertrud Henze und Martha Steinbrecher sollen in den ersten Jahren als “Närrische Lieblichkeiten” in Amt und Würden gestanden haben. Aber was ist mit den närrischen Tollitäten ? Wir wollten ja auch niemanden einen falschen Prinzen unterschieben. Das älteste Prinzen- paar – Foto, das aufgefunden wurde, stammt aus dem Jahre 1963. Das Prinzenpaar der 10. Session waren damals ihre Lieblichkeit Prinzessin Sieglinde (Helfinger) und Prinz Gerhard (Korte).

Im Jahre 1957 erfuhr der Höhnstedter Karneval Belebung durch mehrere damals sehr junge Männer. Hier waren Wolfgang Schwarz, Gerhard Kokott, Fritz Kunzelmann, Georg Jürgens, Hartmut Braune, Walter Rost und nicht zuletzt Werner Wach zu nennen. Jener war damals blutjung und hatte eine Fülle närrischer Vorsätze. Wesentliches Motiv für ihn war, allen Skeptikern zum Trotz zu zeigen, dass der Karneval in Höhnstedt nicht so leicht unterzukriegen ist. Und damit sollte er Recht behalten, wie sich später zeigte. Es fehlte nicht an Versuchen, den Karneval formgerecht in das sozialistische Kulturleben einzupassen. So schlug man vor, statt dieses dekadenten, ohnehin nur für den Westen typischen albernen Karnevals doch lieber ein Heimatfest ”Flora und Jolande” zu veranstalten. Den Jüngeren unter uns muss erläutert werden, dass dieses etwas mit sozialistischer Landwirtschaft a la Kolchos zu tun hat. Mit der spontanen Rückfrage eines weiblichen Gardemitgliedes: ”Da soll’n mer jetz wo als Kühe rumlofen?”, war dieses Kapitel zum Glück abgeschlossen. Aber der Gerechtigkeit halber muss hier erwähnt werden, dass der HCC in der sozialistischen Landwirtschaft, sprich LPG, immer einen mehr oder weniger großen Gönner fand. Dabei wollen wir Arbeitseinsätze zur Rettung mancher Veranstaltung bereits während der Arbeitszeit oder materielle Dauerleihgaben, die den Weg über das hintere Hoftor fanden, heute nicht unbedingt als Widerspruch gegen das System auslegen. Wir taten das, was alle taten, wir wussten uns zu helfen. In den 60-er Jahren erfuhr der HCC dann weitere Verstärkung durch etwas reifere Damen und Herren. Hier fallen solche Namen wie Walter und Gerlinde Kropp, Gerhard und Gertrud Abraham, Heinz Laube, Otto Boche, Kurt Ehm, Hermann Eisenschmidt, Egon Schönbrodt, Werner Ringleb, Heinz Großer, Reiner Boche, Heinz Laube. Stolz war der HCC immer auf sein Männerballett. Wohlgeformte Leiber,die nichts von ihrer Pracht versteckten und sich elegant und anmutig im Rhythmus der Musik bewegten, erzielten meist durchschlagenden Erfolg.

Ende der 70-er Jahre wandelte sich dann das Antlitz des HCC. Nun wurden die künftigen Vereinsfarben erstmals durch schmucke neue Uniformen präsentiert. Blau und Gold, das waren von nun an die Farben des HCC und der heutige Clubname komplett:

HÖHNSTEDTER CARNEVAL CLUB “BLAU-GOLD”.

Als der HCC 25 Jahre alt wurde, gesellte sich der weiblichen Garde noch eine männliche hinzu und deren Programmbeiträge zeigten sich temperamentvoll bis deftig. Das 25-jährige Bestehen wurde bereits gefeiert, aber die Feierlichkeiten aus Anlass des dreißigjährigen Bestehens übertrafen alles bisher dagewesene. Höhnstedt sah seinen bis dato größten Karnevalsumzug, das heißt, was bei diesen Schneemassen noch zu sehen war. Viele Clubs und Ehrengäste erwiesen dem HCC ihre Referenz und die Clubgeschichte war um ein Ereignis reicher. Der Club kam in die Jahre und mit ihm sein Präsident. Mehr als 33 Jahre hatte er bis dahin unseren Club wie kein anderer geprägt. Dann kam bzw. ging Werner Wach in die Politik. Er wurde 1990 zum Bürgermeister von Höhnstedt gewählt. Mit seinem Weggang wurde im HCC ein Generationswechsel eingeleitet, der an der Spitze begann. Wer den bisherigen Präsidenten gekannt hat, musste zunächst zweimal hinsehen, ob da überhaupt ein neuer war.

Der hieß jetzt Jörg Abraham und war so ziemlich das totale Gegenteil seines Vorgängers. Das fing schon mit der Konfektionsgröße an. Keine Uniform seines Vorgängers passte. Und auch der Tontechniker hatte seine Probleme. Kam man bisher nahezu ohne Verstärker aus, dominierten nun etwas leisere Töne. Doch dies tat der Entwicklung des HCC keinen Abbruch. 1991 wurde die Kinder- und Jugendarbeit wieder aktiviert. Drei Garden kamen dazu und der HCC machte auch auf anderen Parkett von sich reden. Er hatte sicher seinen Anteil an der Belebung des Höhntedter Winzerfestes, und das bis heute. Auch schlug der HCC nun auch schon mal im Sommer seine (Festzelte) auf. Regelmäßig organisierten die Mitglieder des HCC ein Sommerfest. Später wurde daraus dann, weil sich die Aktionen in der Mittelstraße abspielten, das Straßenfest. Die dortigen Anwohner unterstützen uns immer tatkräftig. So mancher Gast wird sich sicher auch noch an den einen oder anderen lustigen Wettstreit bei der Wahl des “ MISTER Höhnstedt “ erinnern. Da es Karneval nicht nur in Höhnstedt gibt, pflegen wir rege Kontakte zu Karnevalsvereinen in der Umgebung. Ob SK, HAL, MQ oder ML, der Karneval kennt keine Gebietsreform.

Sogar bis nach Karlsdorf-Neuthard (Baden-Württemberg) reichen seit der “Wende” unsere karnevalistischen Verbindungen. Und bei der alljährlichen Höhnstedter Prunksitzung im Januar, wenn die Narren unter sich sind, gibt’s natürlich jede Menge Erfahrungsaustausch bei einem bunt gemixten Programm karnevalistischer Highlights. Das war ein kurzer Blick zurück, wir wagen es aber auch, weiter nach vorn zu blicken.

Was wünschen wir uns für die Zukunft ? Zuerst einmal natürlich weiterhin so viele engagierte Mitglieder, freiwillige Helfer, großzügige Sponsoren, zünftige Programmideen, ein treues Publikum und trotz Hektik und Stress die notwendige Portion Humor. Dann wird es auch in 40 Jahren noch weiter durch die Höhnstedter Weinberge hallen:

“Mit Humor und mit Helau – 100 Jahre Gold und Blau”

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